Lebohang

Seine Geschichte


  • 20 Jahre
  • leidet an Albinismus
  • hat keinen Kontakt zu seinen Eltern
  • besucht das Mosawathuto Center for People with Disabilities









Der Verein

Bildung meets Südafrika e.V.

zahlt Schulgebühren für Lebohang, welche sich jährlich auf circa 220 Euro belaufen. Zusätzlich finanziert der Verein ihm den täglichen Schultransport in Höhe von 550 Euro jährlich.

Lebohang ist 20 Jahre alt und lebt seit seiner Geburt mit Albinismus, einer angeborenen Pigmentstörung der Haut. Aufgewachsen ist er bei seiner Großmutter, da seine Mutter im Alter von nur 18 Jahren mit der besonderen Situation überfordert war. Sie verließ die Familie kurz nach der Geburt und kehrte nie zurück. Lebohang hat keinerlei Erinnerungen an sie und weiß weder, wo sie lebt noch ob sie noch am Leben ist. Auch seinen Vater kennt er nicht, da seine Mutter nie preisgab, wer der leibliche Vater ist.


Seit frühester Kindheit erlebte Lebohang aufgrund seiner Pigmentstörung immer wieder Ausgrenzung – sowohl durch andere Kinder als auch durch Erwachsene. Er lebt mit seiner Großmutter zurückgezogen in einem kleinen Blechhaus in Soweto. Viele Jahre arbeitete seine Großmutter und finanzierte seine Schulbildung. Als sie jedoch 2020 infolge der Pandemie ihre Anstellung verlor, konnte sie die Schulgebühren nicht mehr bezahlen. Seit 2022 war Lebohang deshalb vom Schulbesuch ausgeschlossen.


Der Verein Bildung meets Südafrika e.V. unterstützt Lebohang seit 2023. Dennoch konnte in diesem Jahr keine neue Schule gefunden werden. Mehrere Schulen lehnten eine Aufnahme ab, da die Großmutter in der Vergangenheit Schulgebühren nicht vollständig beglichen hatte und die Einrichtungen befürchteten, erneut auf den Kosten sitzenzubleiben. Selbst ein offizielles Schreiben des Vereins, der die Gebühren übernehmen wollte, führte nicht zu einer erfolgreichen Anmeldung.

Im Mai 2024 fand schließlich ein Gespräch mit der Sibonile School statt, die Lebohang bis 2022 besucht hatte. Dabei wurde deutlich, dass an dieser Schule weiterhin Gewalt als Erziehungsmittel eingesetzt wird. Zudem berichtete Lebohang, dass er dort zwischen 2019 und 2022 von Mitschüler*innen schikaniert, gedemütigt und geschlagen wurde.


Zum Schutz seiner psychischen Gesundheit wurde zunächst entschieden, Lebohang psychologisch zu begleiten, bevor erneut nach einer geeigneten Schule gesucht wird. Erst wenn er die traumatischen Erfahrungen mit Lehrkräften und Mitschüler*innen verarbeitet hat, sollte eine neue Schulanbindung erfolgen.


Im Jahr 2025 gelang es schließlich, einen Schulplatz am Mosawathuto Center for People with Disabilities zu erhalten. Seit Sommer 2025 kann Lebohang wieder zur Schule gehen. Da er mitten im Schuljahr einstieg, wurde vereinbart, dass er die Schule ein halbes Jahr lang kostenfrei zur Probe besuchen darf. Sollte er sich gut einleben und in den Klassenverband integrieren, übernimmt der Verein ab 2026 die vollständigen Schulgebühren. Da der tägliche Schulweg rund 30 Minuten pro Strecke beträgt, finanziert der Verein zusätzlich die Transportkosten, um seinen regelmäßigen Schulbesuch sicherzustellen.


Parallel erhielt Lebohang weiterhin psychologische Unterstützung, um die traumatischen Erlebnisse aus seiner früheren Schulzeit aufzuarbeiten. Im Laufe des Jahres 2025 zeigte er erfreuliche Fortschritte und stabilisierte sich psychisch deutlich. Durch den kontinuierlichen Schulbesuch wirkte er erstmals seit Jahren wieder fröhlich und aufgeschlossen – eine positive Entwicklung, die seine Großmutter dem Verein im Dezember 2025 dankbar bestätigte.